futsal

Immer beliebter: Futsal erobert Europa

Der Begriff Futsal ist in Deutschland meist noch unbekannt: Es handelt sich dabei um eine Variante des Hallenfußballs, die ursprünglich aus Südamerika kommt und mittlerweile von der FIFA anerkannt wurde. In Uruguay entstand Futsal in den 1930er Jahren durch Bestreben eines Sportlehrers, der nach einer Variante des Sports suchte, die sich insbesondere für Schulkinder eignet. Besonderen Wert sollte darauf gelegt werden, dass alle Kinder auch dann Spaß am Spiel haben, wenn innerhalb der Mannschaften deutliche Leistungsdifferenzen auftreten. Während die Sportart wegen seiner Herkunft vor allem in Südamerika verbreitet ist, gewinnt sie nun auch in Europa immer mehr an Bedeutung. In einigen Ländern wie Spanien oder der Schweiz werden bereits offizielle Meisterschaften ausgetragen. Auch in Deutschland findet seit 2006 der DFB-Futsal-Cup statt, bei dem es sich aber um keine offizielle Meisterschaft handelt.

Fehlende Banden beim Futsal: Auffälligster Unterschied zum klassischen Hallenfußball

Zu den Besonderheiten von Futsal gehört im Vergleich zum üblichen Hallenfußball der Verzicht auf eine Bande; stattdessen wird auf einem Handballspielfeld gespielt und eine Begrenzung durch Linien genutzt. Außerdem kommt dem Ball eine wichtige Bedeutung zu: Der ist mit einem Durchmesser von maximal 64 cm etwas kleiner als der herkömmliche Fußball – und auch der Druck ist geringer. Als Maßgabe dient die Höhe, die der Ball nach einem Fall aus 2 m erreicht: sie muss zwischen 50 und 65 cm liegen. Für die beiden aus jeweils fünf Personen bestehenden Mannschaften fallen die Regeln weniger streng aus: Es darf unbegrenzt und fliegend gewechselt werden, statt eines Einwurfs wird der Ball eingekickt.

Fouls werden streng geahndet

Fälschlicherweise wird Futsal oft als körperloses Spiel betrachtet, was es jedoch nicht ist. Da aber Fouls streng geahndet werden, wird meist automatisch vorsichtiger gespielt. So wird z.B. eine Grätsche unabhängig vom Ballkontakt als Foul gewertet – ab fünf Fouls einer Mannschaft innerhalb einer Halbzeit, die 20 Minuten andauernt, wird jeder weitere Verstoß mit einem Freistoß geahndet, der ohne gegnerische Mauer ausgeführt werden muss. Auch den im Fußball üblichen Strafstoß kennt die Sportart: er wird aus einer Distanz von sechs Metern vor dem Tor ausgeführt. Wird eine rote Karte vergeben, darf zwei Minuten nach dem Ausscheiden des bestraften Spielers ein Ersatz eingewechselt werden.

Vier-Sekunden-Regel ermöglicht flüssigen Spielverlauf

Eine Besonderheit beim Futsal ist auch die Vier-Sekunden-Regel: wird ein ruhender Ball nicht innerhalb von vier Sekunden gespielt, geht er automatisch in den Besitz der gegnerischen Mannschaft über. Dabei wird die Zeit durch den Schiedsrichter angezeigt, der mit ausgestrecktem Arm den Ablauf der vier Sekunden mit seinen Fingern signalisiert.

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